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DIN EN Normen

EN 342  EN 343 EN 471 EN 1149-5     EN 11611  EN 11612  EN 13034  EN 14058  EN 20471 EN/IEC 61482-1-2
           

EN 342

Kleidungssysteme und Kleidungsstücke zum Schutz gegen Kälte

Kälteschutzkleidung schützt den Körper zu einem gewissen Grad und für eine gewisse Dauer gegen Kälte von -5° Celsius und darunter, wobei Wärmeisolation und Luftdurchlässigkeit als unentbehrliche Eigenschaften angesehen werden.

Aufgabe der Kleidung ist der Aufbau einer den Körper umschließenden isolierenden Luftschicht. Durch das gebildete Luftpolster wird der Anwender insbesondere dann geschützt, wenn er nicht in der Lage ist, die durch die niedrige Temperatur gegebene Gefahr in angemessener Zeit einzuschätzen. Der Schutzgrad des Bekleidungssystems ist von der Umgebungstemperetaur und der körperlichen Aktivität (Wärmeproduktion des Körpers) abhängig.

Kälteschutzkleidung muss immer als ein- oder zweiteiliger Anzug getragen werden. Um Schwitzen in der kalten Umgebung zu vermeiden, wird jedes Kleidungsstück sowie das Kleidungssystem hinsichtlich Schnitt, Passform, Formbarkeit, Passform, Bedeckung und Wirkung der Einzellagen optimiert.

Zur Kennzeichnung von Kälteschutzkleidung werden die Grundisolationswerte für stehende (Icle) und leichte bis mittlere (Icler) Tätigkeiten angegeben. Sie sind die Basis für die Klassifizierung der Schutzkleidung: der Schutzwert des Kleidungssystems wird durch Vergleich des gemessenen und des berechneten erforderlichen Isolationswerts bewertet.

Informationen zu den möglichen Einsatzzeiten in Abhängigkeit von der Grundwärmeisolation und der körperlichen Aktivität sind im Angang B der EN 342 angegeben. Dabei geht man von folgenden Umgebungsparametern aus:
50% relative Luftfeuchtigkeit und eine Luftgeschwindigkeit von 0,3 bis 0,5 m/s.


  Stehende Tätigkeit Leichte Tätigkeit Mittlere Tätigkeit
Isolation in m²K/W Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt
 0,310  11  -2  -1  15 -19   -32
 0,390  7  -10  -8  -25  -28  -45
 0,470  3  -17  -15  -35  -38  -58
 0,540  -3  -25  -22  -44  -49  -70
 0,620  -7  -32  -29  -54  -60  -83


Kälteschutzkleidung muss gegen Luftdurchgang schützen, da Wind die isolierende Luftschicht stören und Konvektionswärmeverluste beträchtlich erhöhen kann. Schutzkleidung der DIN EN 342 gibt daher immer die Luftdurchlässigkeit der äußersten Lage an. Sie ist in drei Klassen eingeteilt, die Schutzstufe steigt von 1 nach 3 an.

 Luftdurchlässigkeit AP in mm/s  Klasse
 100 < AP  1
 5 < AP ≤ 100  2
 AP ≤ 5  3


Beim Arbeiten in nasser Umgebung sollte Schutzkleidung gegen kühle Umgebung einen entsprechenden Widerstand gegen das Eindringen von Feuchtigkeit besitzen. Wahlweise wird daher der Wasserdurchgangswiderstand WP angegeben.

 Wasserdurchgangswiderstand WP in Pa Klasse
 8.000 ≤ WP ≤ 13.000 1
 WP > 13.000 2
EN 342
Y(B)/Y(C)/Y(R) Grundwärmeisolationswert Icler in m² K/W
Y(B)/Y(C)/Y(R) Grundwärmeisolationswert Icle in m² K/W
Y Klasse der Luftdurchlässigkeit
Y Klasse des Wasserdurchgangswiderstandes (wahlweise)
Der Buchstabe B steht für ein Kleidungssystem mit einer genormten Referenz-Unterbekleidung bestehend aus langärmeligem Unterhemd, langer Unterhose, Socken, Haussocken, Thermojacke, Thermohose, gestrickten Handschuhen, gestrickter Kopfhaube.

Der Buchstabe C steht für ein Kleidungssystem mit Unterbekleidung des Herstellers bestehend aus langärmeligem Unterhemd, langer Unterhose, Socken, Haussocken, Thermojacke, Thermohose, gestrickten Handschuhen, gestrickter Kopfhaube.

Der Buchstabe R steht für ein einzelnes Kleidungsstück mit genormter Referenzkleidung.

Hinweis: Die Kennung X gibt an, dass das Kleidungsstück nicht geprüft wurde.









EN 343

Schutzkleidung gegen Regen

Bei dieser Kleidung handelt es sich um eine Schutzkleidung, die gegen Niederschlag, Regen, Nebel und Bodenfeuchtigkeit schützt. Bei dieser Schutzkleidung werden zwei Leistungsparameter angegeben:

EN 343

x

y
Paramenter x (oben): Widerstand gegen Wasserdurchtritt.

Diese Kennzahl gibt Ihnen ein Maß, wie gut die Schutzkleidung tatsächlich gegen Regen schützt. Ein sehr hoher Schutz, auch im Nahbereich entspricht der Klasse 3. Entsprechend bieten Klasse 2 mittleren Schutz, Klasse 1 niedrigen Schutz.

Parameter y (unten): Wasserdampfdurchgangswiderstand.

Dieser Wert gibt an, wie gut entstandener 'Wasserdampf (Körperfeuchtigkeit) durch das Obermaterial nach außen geleitet wird.
Je besser das Obermaterial dies bewerkstelligt, desto höher wird es eingestuft (Klasse 1-3). Ein geringerer Wasserdampfdurchgangswiderstand (z.B. Klasse 3) ist ein wesentliches Maß für den Tragekomfort und die Atmungsaktivität der Schutzkleidung.


Empfohlene max. kontinuierliche Tragedauer in Minuten bei einer Temperatur von: Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
25° C 60 70 205
20° C 75 90 -
15° C 100 120 -
10° C 240 - -
5° C - - -


Mit effektiven Ventilationsöffnungen und / oder Erholungszeiten können die angegebenen Tragezeiten verlängert werden.

EN 471

Warnkleidung

Warnkleidung dient dazu, die Anwesenheit des Trägers visuell zu signalisieren, mit der Absicht, den Träger in gefährlichen Situationen bei allen möglichen Lichtverhältnissen am Tage sowie beim Anstrahlen mit Scheinwerfern in der Dunkelheit auffällig zu machen.

Die Auffälligkeit wird durch einen hohen Kontrast zwischen der Kleidung und dem Hintergrund, vor dem die Kleidung gesehen wird, erreicht. Dementsprechend ist eine Schutzkleidung nach dem vorherrschenden Hintergrund auszuwählen, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten.

Warnkleidung besteht in der Regel aus einem fluoreszierenden Hintergrundmaterial und einem retroreflektierenden Material. Die Mindestflächen in m2 an dem Hintergrundmaterial und an dem retroreflektierenden Material bestimmen die Klasse der Warnkleidung. Die Klasse wird als Zahl an der oberen rechten Ecke des Piktogramms x angegeben.

Die Zahl an der unteren rechten Ecke des Piktogramms y gibt die Klasse des Retroreflektionsmaterials an. Dabei werden die Mindestrückstrahlwerte beurteilt und eingestuft. Bei der Klasse 2 werden höhere Rückstrahlwerte gegenüber der Klasse 1 erzielt.

EN 471
x

y
Klasseneinteilung nach Mindestfläche des sichtbaren Materials in m² Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
Hintergrundmaterial 0,14 0,50 0,80
Retroreflektierendes Material 0,10 0,13 0,20
Material mit kombinierten Eigenschaften 0,20 - -

EN 1149-5

Schutzkleidung gegen statische Elektrizität

Diese Schutzkleidung leitet elektrische Ladungen ab und schützt dadurch vor ungewollten elektrischen zündfähigen Entladungen. Diese müssen in explosionsgeschützten Bereichen wie Raffinerien oder in der Elektronik-Industrie verhindert werden.

Der menschliche Körper wirkt aufgrund seines niedrigen elektrischen Widerstands als Leiter für elektrische Ladungen. Bei entsprechender Isolierung gegen Erde sammelt er elektrostatische Ladungen an. Entsprechende Schutzkleidung verhindert die durch Reibung und Trennung erzeugte Aufladung und führt diese Energie kontrolliert ab.

Antistatische Schutzkleidung besteht aus Geweben mit einem hohen Oberflächenwiderstand. In der Regel bestehen sie aus gitterartig in die Textilien eingearbeiteten Edelstahl- oder Karbonfasern.

Bei GORE-TEX(r) Antistatik-Kleidung von Wahler(r) erfolgt die Ableitung überschüssiger elektrischer Ladungen durch Nano-Carbonpartikel. Sie sind gleichmäßig in die GORE-TEX(r) Membran eingebaut. Dadurch bilden sie ein dichtes, flächendeckendes Netz, das eine ständige Entladung – auch an Nahtstellen - gewährleistet. Sie bietet also selbst bei niedriger Luftfeuchtigkeit einen ausreichenden Schutz gegen elektrostatische Entladungen.

Das elektrostatisch ableitfähige Material einer Antistatik-Schutzkleidung muss entweder

- auf mindestens einer Oberfläche einen Oberflächenwiderstand von ≤ 2,5 x 109 Ohm haben oder

- einen elektrischen Abschirmfaktor S > 0,2 beziehungsweise einen Halbwertzeitfaktor t50 < 4 Sekunden besitzen.


EN 1149-5

EN 11611

Schutzkleidung für Schweißen und verwandte Verfahren (ehemals DIN EN 470-1)

Schweißerschutzkleidung schützt gegen die beim Schweißen auftretenden üblichen Risiken. Sie schützt gegen kleine Spritzer geschmolzenen Metalls, kurzzeitigen Kontakt mit Flammen sowie Strahlungswärme aus dem Lichtbogen.

Gegenüber unter Gleichspannung bis ungefähr 100 V stehenden elektrischen Leitern bietet sie eine begrenzte elektrische Isolation. Aus diesem Grund dürfen keine elektrisch leitenden Verbindungen zwischen der Außen- und der Innenseite der Kleidung - etwa durch Verschlüsse aus Metall – bestehen. Die Kleidung muss außerdem den Ober- und Unterleib, den Hals, die Arme und Beine des Trägers vollständig bedecken.

Schweißerschutzkleidung wird in zwei Schutzklassen unterschieden. Die niedrigere Klasse 1 bietet Schutz gegen weniger gefährdende Schweißverfahren und Arbeitsplatzsituationen mit weniger Schweißspritzern und niedrigerer Strahlungswärme. Einen höheren Schutz bei stärker gefährdenden Schweißverfahren und Arbeitsplatzsituationen mit mehr Schweißspritzern und stärkerer Strahlungswärme bietet Klasse 2.

Das Piktogramm einer Schweißerschutzkleidung weist die Schutzklasse aus und macht zutreffenden Angaben über die begrenzte Flammausbreitung (Codebuchstaben A1 und/oder A2).

EN 11611

A1 oder A2

EN 11612

Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen (ehemals DIN EN 531)

Hitze- und Flammschutzkleidung hat die Aufgabe, den Träger gegen die Auswirkungen von Hitze und Flammen sowie flüssigem Metall zu schützen. Sie verhindert im Ernstfall Hautverbrennungen und ermöglicht einen sicheren Rückzug aus der Gefahrenzone. Sie muss daher den Ober- und Unterkörper, Hals, Arme und Beine vollständig bedecken.

Parameter A1/A2 für begrenzte Flammausbreitung
Schutzkleidung gegen Hitze und Flammen wird mit einer Flamme als Piktogramm gekennzeichnet. Darunter werden die Leistungsmerkmale durch Angabe der Code-Buchstaben mit der entsprechenden Zahl angegeben. Hitze- und Flammschutzkleidung muss mit dem Codebuchstaben A1 und/oder A2 sowie wenigstens eine weiteren Codekennung von B bis F gekennzeichnet sein.


Mindestleistungsanforderung für die begrenzte Flamm-ausbreitung (ISO 15025) Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen, DIN EN ISO 11612
Codebuchstabe A1 - Prüfung erfolgt an einlagigen Kleidungsstücken einschließlich Nähten kein Weiterbrennen, keine Lochbildung, kein Schmelzen oder schmelzendes Abtropfen,
Mittelwert der Nachglimmzeit ≤ 2 s
Mittelwert der Nachbrennzeit ≤ 2 s
Codebuchstabe A2 – Prüfung erfolgt an gesäumten proben von einlagigen Kleidungsstücken einschließlich Nähten kein Weiterbrennen, kein Schmelzen oder schmelzendes Abtropfen, Mittelwert der Nachglimmzeit ≤ 2 s
Mittelwert der Nachbrennzeit ≤ 2 s


Parameter B bis F für Wärmedurchgang
Für den Wärmedurchgang muss wenigstens eine der Leistungsanforderungen erfüllt werden.


Mindestleistungsanforderung Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen, DIN EN ISO 11612
Codebuchstabe B; Wärmedurchgang
Konvektive Wärme
Die Wärmeübertragung zwischen der Flamme und dem Material muss mindestens 4 Sekunden dauern, HTI 24 (ISO 9151) > 4 s
Codebuchstabe C - Strahlungswärme Bei einer Wärmestromdichte von 20 kW/m² muss die Übertragung der Strahlungswärme auf das Material wenigstens 7 Sekunden dauern
RHTI 24 (ISO 6942) > 7s
Codebuchstabe D -
Flüssiges Aluminium
Es muss ein Materialwiderstand gegen flüssiges Aluminium bis mindestens 100 Gramm gewährleistet sein (ISO 9185 D1)
Codebuchstabe E -
Flüssige Eisenspritzer
Es muss ein Materialwiderstand gegen flüssiges Aluminium bis mindestens 60 Gramm gewährleistet sein (ISO 9185 E1)
Codebuchstabe F - Kontaktwärme Der Kontaktwärmewiderstand gegenüber kleinen fallende Zylindern mit einer Temperatur von 250°C muss mindestens 5 Sekunden betragen (ISO 12127 F1)

Klasseneinteilung Schutzklasse Klasse  1 Klasse 2
Verhalten gegenüber dem Auftreffen von Schweißspritzern (ISO 9150 Um die Temperatur hinter der Probe um 40K zu erhöhen sind mindestens 15 Tropfen geschmolzenes Metall nötig
kein Entzünden des Materials
Um die Temperatur hinter der Probe um 40K zu erhöhen, sind mindestens 25 Tropfen geschmolzenes Metall nötig
Kein Entzünden des Materials
Codebuchstabe C - Wärmedurchgang Bei einer Wärmestromdichte von 20 kW/m² muss die Übertragung der Strahlungswärme auf das Material wenigstens 7 Sekunden dauern

RHTI 24 (ISO 6942) ≥ 7 s
Bei einer Wärmestromdichte von 20 kW/m² muss die Übertragung der Strahlungswärme auf das Material wenigstens 16 Sekunden dauern

RHTI 24 (ISO 6942) ≥ 16 s
Elektrischer Widerstand bei 100 V (EN 1149-2) > 10^5 Ohm > 10^5 Ohm


Für beide Schutzklassen gelten außerdem die Mindestanforderungen für die begrenzte Flammausbreitung mit dem Codebuchstaben A1 und/oder A2. Beim Beflammen darf es nicht zu Weiterbrennen, Lochbildung, Schmelzen oder schmelzendem Abtropfen kommen. Der Mittelwert der Nachglimm- und Nachbrennzeit ist auf maximal 2 Sekunden begrenzt.

EN 11612

Ax, Bx, Cx, Dx, Ex, Fx

EN 13034

Chemikalienschutzkleidung mit eingeschränkter Schutzleistung gegen flüssige Chemikalien (Typ 6)

Chemikalienschutzkleidung des Typs 6 dient im Umgang mit Chemikalien als Schutz gegen geringe Risiken. Sie ist für Situationen gedacht, in denen ein Schutz gegen kleine Substanzmengen, versehentlich auftretende Spritzer oder Chemikalienversprühung alkalischer und saurer Flüssigkeiten sowie Lösungsmitteln nötig ist. Innerhalb der sechs Risikoklassen der Chemikalienschutzkleidung hat der Typ 6 die niedrigste Leistungsstufe.

Schutzkleidung vom Typ 6 bietet zwar keine vollständige Barriere gegen Flüssigkeitspermeation (1). Sie garantiert aber einen ausreichenden Widerstand gegen das Durchdringen von Flüssigkeiten in Form eines leichten Sprays. Sie ist so ausgeführt, dass das Durchdringen von Flüssigkeit an den Nähten oder anderen Komponenten verhindert wird. Dadurch ist der Träger im Fall einer Verunreinigung in der Lage, rechtzeitig geeignete Maßnahmen zu ergreifen.

Die Schutzkleidung bietet dem Träger ausreichende Bewegungsfreiheit und Bequemlichkeit.

(1) Unter Permeation wird ein Prozess verstanden, bei dem sich ein chemischer Stoff auf molekularer Ebene durch ein Schutzkleidungsmaterial bewegt.

EN 13034


Typ 6

EN 14058

Kleidungsstücke zum Schutz gegen kühle Umgebungen

Im Gegensatz zur DIN EN 342 für vollständige Kleidungssysteme ist diese Norm 8 ist für einzelne Kleidungsstücke vorgesehen, zum Beispiel Westen, Jacken, Mäntel oder herausnehmbare Thermofutter, die Schutz vor örtlicher Abkühlung des Körpers bieten. Diese können für eine bestimmte Dauer und bis zu einem bestimmten Grad Schutz gegen kühle Umgebungen von -5° Celsius und darüber bieten. Die Schutzfunktion ist von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig, unter Anderem von der körperlichen Verfassung und Aktivität, der sonstigen verwendeten Kleidung und den Umweltbedingungen wie Windgeschwindigkeit, Temperatur und Luftfeuchte. Aufgabe der Kleidung ist der Aufbau einer den Körper umschließenden isolierenden Luftschicht gegenüber Temperaturen. Die vom Körper erzeugte Wärme wird durch das Luftpolster in der Kleidung am Körper gehalten.

Schutzkleidung der DIN 14058 kommt sowohl bei Außen- als auch bei Innenarbeiten zum Einsatz. Je nach Einsatzbereich unterscheiden sich die Anforderungen an die Kleidung. Bei Tätigkeiten im Freien darf die isolierende Wärmeschicht nicht durch die Umgebungsbedingungen – also durch Wind oder Nässe – beeinträchtigt werden. Im Innenbereich hingegen wird keine Wasserdichtigkeit oder Luftundurchlässigkeit verlangt. Die diesbezüglichen Anforderungen an die Schutzkleidung sind daher wahlweise.

Kleidungsstücke zum Schutz gegen kühle Umgebungen müssen grundsätzlich mit der Klasse des Wärmedurchgangswiderstands Rct gekennzeichnet werden.

Der Wärmedurchgangswiderstand Rct ist eine spezifische Größe, die den Trockenwärmefluss durch eine vorgegebene (Material-)Fläche in Reaktion auf einen stetig einwirkenden Temperaturgradienten bestimmt. Er wird in drei Klassen eingeteilt. Die Schutzstufe steigt von 1 nach 3 an.

Kälteschutzkleidung muss gegen Luftdurchgang schützen, da Wind die isolierende Luftschicht stören und Konvektionswärmeverluste beträchtlich erhöhen kann. Schutzkleidung der DIN EN 342 gibt daher immer die Luftdurchlässigkeit der äußersten Lage an. Sie ist in drei Klassen eingeteilt, die Schutzstufe steigt von 1 nach 3 an.


 Wärmedurchgangswiderstand Rct in m²K/W  Klasse
 0,06 ≤ Ret < 0,12  1
 0,12 ≤ Ret < 0,18  2
 0,18 ≤ Ret < 0,25  3


Kleidungssysteme für den Außeneinsatz sollten gegen Luftdurchgang schützen. Wahlweise wird bei Schutzkleidung der DIN 14058 daher die Luftdurchlässigkeit angegeben. Sie ist in drei Klassen eingeteilt. Die Schutzstufe steigt von 1 nach 3 an.

Luftdurchlässigkeit AP in mm/s Klasse
100 < AP 1
5 < AP ≤ 100 2
AP ≤ 5 3


Beim Arbeiten in nasser Umgebung sollte Schutzkleidung gegen kühle Umgebung einen entsprechenden Widerstand gegen das Eindringen von Feuchtigkeit besitzen. Wahlweise wird daher der Wasserdurchgangswiderstand WP angegeben.

Wasserdurchgangswiderstand WP in Pa Klasse
8.000 ≤ WP ≤ 13.000 1
WP > 13.000 2


Der resultierende Grundwärmeisolationswert Icler ist wahlweise anzugeben. Er wird an einer sich bewegenden Messpuppe– ausgehend von der Haut bis zur äußeren Bekleidungsoberfläche – ermittelt.

Der Grundwärmeisolationswert Icle ist wahlweise anzugeben. Er wird an einer stationären Messpuppe– ausgehend von der Haut bis zur äußeren Bekleidungsoberfläche – ermittelt.

Aus den Grundwärmeisolationswerten lassen sich entsprechende Leistungsstufen ableiten.


  Stehende Tätigkeit  Leichte Tätigkeit  Mittlere Tätigkeit 
Isolation in m²K/W Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt Mindesttemperatur für einen 8-stüdigen Aufenthalt Niedrigste Temperatur für einen einstündigen Aufenthalt
0,170 19 1 11 2 0 -9
0,230 15 5 5 -5 -8 -19
0,310 11 -2 -1 -15 -19 -32


EN 14058
Y1 Klasse des Wärmedurchgangswiderstandes
Y2 Klasse der Luftdurchlässigkeit (wahlweise)
Y3 Klasse des Wasserdurchgangswiderstandes (wahlweise)
Y4 Grundwärmeisolationswert Icler in m² K/W (wahlweise)
Y5 Grundwärmeisolationswert Icle in m² K/W (wahlweise)
Hinweis: Die Kennung X gibt an, dass das Kleidungsstück nicht geprüft wurde.

EN 20471

Warnkleidung (ehemals EN 471)

Diese internationale Norm legt die Anforderung an hochsichtbare Warnkleidung fest und dient dazu, die Anwesenheit des Trägers
visuell zu signalisieren. Die Warnkleidung soll sicherstellen, dass der Träger in Risikosituationen, die mit hohem Risiko eingestuft sind,
bei allen Lichtverhältnissen für Fahrzeugführer oder Bediener anderer technischer Ausrüstung auffällig sichtbar ist.
Sowohl bei Tageslicht als auch unter Scheinwerferbeleuchtung in der Dunkelheit. Weiterführende Angaben zu Risikosituationen
siehe Anhang A der EN ISO 20471. Diese Norm gilt nicht für Situationen mit mittlerem oder niedrigem Risiko.

Die Auffälligkeit wird durch einen hohen Kontrast zwischen der Kleidung und dem Hintergrund, vor dem die Kleidung gesehen wird erreicht.
Dementsprechend ist eine Schutzkleidung nach dem vorherrschenden Hintergrund auszuwählen, um einen optimalen Schutz zu gewährleisten.

Warnkleidung besteht aus einem fluoreszierenden Hintergrundmaterial (warngelb, warnorange oder warnrot und einem
retroreflektierenden Material (Reflexstreifen). Die Mindestflächen in  m2 an dem Hintergrundmaterial und an dem
retroreflektierenden Material bestimmen die Klasse der Warnkleidung.

Die Klasse wird als Zahl neben dem Piktogramm (x neben dem Piktogramm) angegeben. Bezüglich der Risikobewertung wird die
hochsichtbare Warnkleidung in drei Klassen eingeteilt.

Jede Klasse muss die Mindestfläche des sichtbaren Materials der nachfolgenden Tabelle aufweisen:




Klasseneinteilung nach Mindestfläche des sichtbaren Materials in m² Klasse 1 Klasse 2 Klasse 3
Hintergrundmaterial 0,14 0,50 0,80
Retroreflektierendes Material 0,10 0,13 0,20
Material mit kombinierten Eigenschaften 0,20 - -

Angaben zu Risikosituationen (Auszug aus Anhang A der EN 20471)
 



*Die Risikostufe ist abhängig von lokalen Einflüssen wie Witterungsverhältnisse, Kontrast der Umgebung, 
Verkehrsdichte und weiteren Faktoren. Somit kann einer dieser Einflussfaktoren zu einer höheren Stufe führen.

Aktiver Teilnehmer: eine Person auf der Straße, die am Straßenverkehr teilnimmt und ihre Aufmerksamkeit auf
den Staßenverkehr gerichtet hat, zum Beispiel ein Fahrradfahrer.

Passiver Teilnehmer: eine Person auf der Straße, die nicht am Straßenverkehr teilnimmt und ihre Aufmerksamkeit nicht
auf den Straßenverkehr gerichtet hat, zum Beispiel ein Straßenbauarbeiter oder eine Person in einer Not/Pannensituation.

EN 61482-1-2 in Verbindung mit IEC 61482-2

Schutzkleidung gegen die thermischen Gefahren eines elektrischen Lichtbogens

Die so genannte Störlichtbogenschutzkleidung ist eine Flamm- und Hitzebeständige Kleidung für Personen, die elektrischen Lichtbögen ausgesetzt sind. Sie schützt im Ernstfall gegen die Auswirkungen einer Störlichtbogenbildung.

Störlichtbogenschutzkleidung wird aus hochbeständigen Materialien gefertigt. Sie müssen Verbrennungen zweiten Grades verhindern, die bei Einwirken starker Hitze durch den Wärmedurchgang auf der Gewebeinnenseite verursacht werden können. Die Höchstwerte der Hitzeflussmessung auf der Probenrückseite müssen unterhalb der Stoll-Kurve liegen.

Die Schutzkleidung muss im Gefahrenfall intakt bleiben: es darf weder zu einem Durchschmelzen auf die Innenseite noch zu einer Lochbildung in der innersten Lage von mehr als 5 Millimeter kommen. Die Nachbrennzeit darf maximal 5 Sekunden betragen.

Störlichtbogenschutzkleidung wird in zwei Schutzklassen eingeteilt. Schutzklasse 1 gilt bei einer mittleren Lichtbogenenergie von 158 kJ (Kurzschlusstrom 4 kA) und Klasse 2 bei der extremeren Einwirkungen einer mittleren Lichtbogenenergie von 318 kJ (Kurzschlusstrom 7 kA).


Klasseneinteilung Schutzklasse Klasse 1 Klasse 2
Prüfstrom in kA 4 7
Einwirkenergie in kJ/m² (cal/cm²) 135 (3,2) 423 (10,1)
Lichtbogenenergie in kJ 158 318
Prüfspannung (AC) 400V 400V
Lichtbogenzeit in sec 0,5 0,5


Das Piktogramm für Störlichtbogenschutzkleidung sind zwei Dreiecke (bisher auch eine Flamme).
Dazu werden die Prüfnorm und die entsprechende Schutzklasse angegeben.


IEC 61482-2                 bisher auch EN 61482-1-2 
      
Klasse 1 oder 2
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